Info-Fenster schließen


FC Rot-Weiß-Erfurt e.V.
3. Liga

FC Rot-Weiß Erfurt e.V.

Finde uns auf Facebook

Profis
03.11.2012 / Knappe Niederlage nach großem Kampf
Rot-Weiß Erfurt bleibt auch im fünften Spiel in Folge ohne den erhofften Dreier und nach dem 16. Spieltag damit weiterhin Schlusslicht der Liga. Die Mannschaft bot aber bei der 2-3 Niederlage in Münster bei nasskalter Witterung vor 4500 Zuschauern einen großen Kampf. Die Preußen beendeten ihrerseits eine lange Durststrecke von fünf sieglosen Spielen hintereinander und sprangen auf den 2. Tabellenplatz vor.
Rot-Weiß Trainer Schwartz musste auf den erkrankten Drexler verzichten, der durch Ströhl ersetzt wurde. Außerdem saß Möckel mit einer Wadenverhärtung nur auf der Bank, für ihn durfte Rauw ran. 
Die Gastgeber versuchten von der ersten Minute an, das Spiel zu kontrollieren und entfalteten auch schnell entsprechenden Druck, brauchten aber dann doch bis zur 17. Minute, ehe die verdiente Führung fiel. Nach einer Ecke von rechts war Innenverteidiger Kirsch per Kopf erfolgreich. Er kam von hinten heranangerauscht und schlüpfte zwischen den verdutzten Außenverteidigern Ofosu-Ayeh und Czichos hindurch. Wieder, wie schon so oft in dieser Saison, ein Gegentor nach einem Standard, wieder funktionierte die Zuordnung nicht. 
Die Preußen danach souverän, Rot-Weiß schwamm dagegen teilweise in der Abwehr bedenklich und war weitestgehend ohne Zugriff auf den Gegner. Nur einmal kam die Mannschaft von Alois Schwartz vor den Strafraum der Westfalen. Ströhl zog aus 16 Metern ab, fand aber in Masuch einen gut disponierten Keeper. Es war nach einer knappen halben Stunde der erste Torschuss für die Rot-Weißen überhaupt. So dominant und spielbestimmend war Münster in der ersten halben Stunde gewesen.  Und die Preußen ließen nicht locker. In der 35. Minute wieder ein kapitaler Fehler der Rot-Weißen im Spielaufbau, diesmal von Engelhardt, der einen völlig verunglückten Pass in die Füsse von Bischoff spielte und dadurch die Gastgeber in Vorteil brachte. Und dann ging es im Umschaltspiel der Preußen über Grote ganz schnell. Ein Spurt, ein Schuss aus halblinker Position von der Stafraumkante aus, der Ball sauste ins lange Eck und zappelte in den Maschen. Rickert streckte sich vergeblich. Das 2-0 ! Nun sah es nach einer richtigen Klatsche für das Ligaschlusslicht aus, aber unsere Truppe meldete sich just in dem Moment, da niemand mehr mit ihr rechnete, zurück. 40.Minute: Flanke durch Möhwald von Rechtsaußen, Ströhl steigt höher als Schöneberg und nickt den Ball zum für nahezu alle Zuschauer überraschenden Anschlusstreffer ein. Zwei Minuten später hatte Ströhl dann sogar die Ausgleichschance. Ein Freistoß von Rauw, landete abgefälscht vor seinen Füßen und sein Linksschuss strich nur knapp am Gehäuse der Münsteraner vorbei. 
 
Halbzeit: 2-1 für die Hausherren. Verdient, keine Frage, aber RWE war noch im Spiel.

Nach dem Wechsel zunächst eine Schrecksekunde in der 50. Minute, als Rickert durch zu lässige Tändelei gegen den bis dahin eher unauffälligen Preußen-Goalgetter Taylor beinahe den Ball verloren hätte. Aber die Sache ging nochmal gut. Doch drei Minuten später erhielt Czichos die Gelb-Rote Karte nach einer an sich eher harmlos anmutenden Rangelei im Mittelfeld  mit Siegert.  Czichos hatte in der ersten Halbzeit schon gelb nach einem Foul gegen Grote gesehen, war also vorbelastet. Es war schon der 6. Platzverweis für einen RWE-Spieler in der laufenden Saison. Bedenklich ! Fortan der FC Rot-Weiß also nicht nur in Rückstand, sondern auch in Unterzahl. Überraschenderweise drehte die Mannschaft aber nochmal auf, war in der Folge nahezu gleichwertig, kämpfte beherzt, auch wenn es noch einige brenzlige Situationen vor dem eigenen Tor gab. Etwa beim verunglückten Klärungsversuch durch Ströhl, der die Latte des eigenen Tores traf. Kurz darauf ging Ströhl, der ordentlich gespielt hatte vom Feld und Temür ersetzte ihn(68). In der 71. Minute dann die Preußen mit dem starken Grote über links, der tanzte Möhwald und Ofosu-Ayeh aus, schob im Strafraum quer und fand den völlig ungedeckten Top-Torjäger Taylor, der bei dieser Vorlage nur noch den Fuß hinhalten und mit seinem 11. Saisontor zum 3-1 einschieben musste. Vier Minuten später eine fast spiegelgleiche Situation. Wieder Grote über links, allen Rot-Weißen enteilt, diesmal lauerte Nazarow in der Mitte und traf - gottlob nur aus einer Abseitsposition heraus. Das Tor zählte also nicht. Statt 4-1 hieß es dann  nur wenige Augenblicke später urplötzlich nurmehr 3-2, denn  RWE konterte über Tunjic, der bediente Engelhardt und unser Mittelfeldmann schaffte doch tatsächlich in der 77. Minute den Anschlusstreffer. Die Rot-Weißen setzten jetzt, ähnlich wie in Unterhaching, alles auf eine Karte. Morabit kam noch für Baumgarten und Tunjic im Zweikampf mit zwei Preußen, sowie Oumari nach Freistoß per Kopf, hätten hast noch den Ausgleich erzielt. Viel Leidenschaft und Einsatzwille bei den Thüringern bis zur letzten Sekunde. Leider reichte es nicht mehr. Münster siegte 3-2, wie schon in der letzten Saison an gleicher Stelle, dank einer prima ersten Halbzeit und bleibt einziges Team der Liga, das z.H. unbesiegt ist. RW Erfurt aber behält die "Rote Laterne". Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt nun aber schon fünf Punkte, da die Konkurrenz erfolgreicher war.
Das sagte Alois Schwartz: "Ich bin enttäuscht. Die ersten 30 Minuten hat meine Mannschaft verschlafen. Nach dem 1:2 waren wir wieder im Spiel. Zu Zehnt haben wir uns gewehrt, haben den Anschluss geschafft. Und mit viel Glück wäre am Ende vielleicht noch ein Punkt möglich gewesen, aber insgesamt hat Münster verdient gewonnen." 

Statistik 

Tore 1:0 Kirsch (17.), 2:0 Grote (35.), 2:1 Ströhl (39.), 3:1 Taylor (71.), 3:2 Engelhardt (77.) 

Preußen Münster 

Masuch - Schöneberg, S. Kühne, Kirsch, Hergesell - Siegert, Bischoff (87. Schnider), Truckenbrod, Grote - Königs (68. Nazarov), Taylor (90.+1 Grupe) 

FC Rot-Weiß Erfurt 

Rickert - Ofosu-Ayeh, Rauw, Oumari, Czichos - Pfingsten-Reddig (90. Kind), Engelhardt - Möhwald, Baumgarten (81. Morabit), Ströhl (68. Temür) - Tunjic 

Zuschauer 4.529 

Gelb-Rot Czichos (53.) wdhl. Foulspiel

W.M.